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  10.05.2011  
  Strom sparen - Ihr Beitrag zur Abschaltung von Atomkraftwerken
  Interview mit Herrn DI (FH) Peter Teuschel, ausgebildeter Energieberater der Stadtwerke Wörgl GmbH
  Was sind Ihre Aufgaben bei den Stadtwerken Wörgl?

Teuschel (TP): Ich bin seit September 2010 Mitarbeiter der Stadtwerke Wörgl und dort als Programmkoordinator „Wörgl-unsere Energie“ für die Umsetzung der Energiestrategie zuständig. Gemeinsam mit dem Energieteam, das aus Mitarbeitern der Stadtwerke und der Stadtgemeinde Wörgl besteht, erarbeiten wir erforderliche Maßnahmen, die einen Beitrag zur Erreichung der geplanten Energieautonomie leisten können. Der Energiebeirat, bei dem auch die Wörgler Kommunalpolitik engagiert ist, ist dabei wichtiges Entscheidungsgremium. Von Dezember 2010 bis März 2011 habe ich bei der Energie Tirol die Ausbildung zum „Energieberater“ erfolgreich abgeschlossen. Dabei standen Themen wie energieeffizientes Bauen oder alternative Haustechniken im Vordergrund.

Wir gratulieren zum Abschluss dieser Zusatzausbildung. Auch in Österreich wird derzeit viel über Atomstrom diskutiert, ist ein gänzlicher Ausstieg denkbar?

TP: In Österreich gibt es zwar kein Atomkraftwerk, dennoch sind wir nicht frei von Atomstrom. Große Energieversorger wie beispielsweise die Tiroler Wasserkraft kaufen elektrische Energie auf dem europäischen Markt ein. Als regionaler Energie-dienstleister sind auch die Stadtwerke Wörgl in diesem System integriert, auf diesem Weg kommt ein Atomstromanteil von ca. 10 - 15% in unsere Haushalte. In den letzten Jahren ist der Stromverbrauch auch in Wörgl ständig gestiegen. Das können wir ändern, wenn wir bewusst Strom sparen. So tragen wir gleichzeitig dazu bei, Atomkraftwerke überflüssig zu machen.

Welche Stromspar-Tipps können Sie uns dabei nennen?

Stromsparen im Haushalt ist grundsätzlich in vielen Teilbereichen möglich, auf die wirkungsvollsten Empfehlungen möchte ich kurz eingehen. So kann beispielsweise richtiges Geschirr waschen den Energieverbrauch minimieren. Geschirrspüler erst einschalten, wenn er voll ist, denn rund ¼ des Wasserverbrauches im Haushalt entfällt auf die Küche. Jedem Kochtopf seinen Deckel. Wer ohne Deckel kocht, braucht etwa drei Mal so viel Energie wie mit Deckel, doch auch beim Kochen mit Deckel gilt: Der Kochtopf soll auf einer seiner Größe angepassten Platte stehen und bei langen Kochvorgängen kann mit einem Druckkochtopf noch einmal 50% der Energie gespart werden.

Waschen - volle Waschmaschine, Sparprogramm. Eine Waschmaschine braucht gleich viel Energie, egal ob sie voll oder halb beladen ist. Die Waschmaschine voll zu beladen und ein Energiesparprogramm zu verwenden, zahlt sich aus. Wichtig ist auch die Wahl der Temperatur, denn ca. 70% des Energieverbrauchs einer Waschmaschine entfällt auf das Aufheizen.

Auch beim Kühlschrank lässt sich durch richtiges Auf- und Einstellen Strom sparen. Im Kühlschrank reicht normalerweise eine Innentemperatur von 7° Celsius, das spart beispielsweise gegenüber 5° rund 15% Strom.

Bei der Beleuchtung lässt sich durch den fachgerechten Einsatz von Energiesparlampen Strom sparen. Herkömmliche Glühlampen verwandeln 95% der Energie in Wärme, bei Energiesparlampen liegt die Ausbeute deutlich höher.

Darüber hinaus ist es möglich, Stromverluste durch Stand-By-Betriebe von Elektrogeräten zu reduzieren. 10% des Haushaltsverbrauches gehen auf Stand-By zurück. Auch Klimageräte benötigen viel Strom. Wenn moderne Gebäude richtig gebaut sind, kommen sie sicherlich ohne Raumluftkühlung aus. Bei Altgebäuden ist eine thermische Sanierung zweckmäßig.

Und nicht vergessen: Heizungswärmepumpen sollten in den Sommermonaten ausgeschalten werden.

Wenn wir ein „atomfreies“ Wörgl wollen, müssen wir zuerst ein atomfreies Tirol und Europa einfordern?
Wir wollen – wie im Energieleitbild der Stadt Wörgl definiert – mit dem Ausbau der eigenen Stromerzeugung aus Wasserkraft, Sonnenstrom und Biomasse den heute erforderlichen Stromzukauf verringern. Damit treiben wir unsere Autonomie voran, Stromautarkie ist jedoch aufgrund des landesweiten Verteiler- und Übertragungsnetzes nur möglich, wenn der Ausstieg aus Atomstrom EU-weit erfolgt.

Solange Atomkraftwerke am europäischen Stromnetz hängen, fließt Atomstrom. Das Prinzip wird gerne mit dem Bild eines großen Sees erklärt, der sich aus verschiedenen Quellen speist. Je mehr klares Wasser hineinfließt, desto sauberer wird er. Beim Stromnetz ist das ähnlich. Je mehr Strom aus Wasserkraft, Sonne, Wind oder Biomasse eingespeist wird, umso sauberer wird das gesamte Aufkommen.

Wird der Strompreis dadurch steigen?

Ob der Strompreis steigen wird, lässt sich seriös wohl nicht vorhersagen, umsonst ist der Umstieg jedoch vermutlich nicht zu haben. Die Kosten eines dauerhaften Abschieds von Atomstrom lassen sich bereits jetzt an der Strombörse erkennen. Dennoch sollte ein Ausstieg aus der Atompolitik möglich sein, bevor jedoch die regenerativen Energien die Stromversorgung übernehmen, müssen zunächst vermutlich Kohle- und Gaskraftwerke den ausfallenden Atomstrom übernehmen.

Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!
   
 
 
 
 
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