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  29.12.2008  
  Energiepreise unter der Lupe
  Interview mit Geschäftsführer DI Helmuth Müller:
  Stadtmagazin (SM): Sehr geehrter Herr DI Müller, die gestiegenen Preise für Heizöl, Benzin und Diesel belasten viele Haushaltsbudgets massiv. Ist der Preis für Haushaltsstrom ebenfalls gestiegen?

Helmuth Müller (HM): Wenn heute alle und zu Recht über die gestiegenen Energiepreise klagen, dann denken sie auch an den Strom. Dabei ist der Haushalts-Strompreis der Stadtwerke Wörgl GmbH seit Februar 2007 unverändert. Für 1,65 € pro Tag genießt ein Haushalt mit durchschnittlich 3.500 kWh Jahresverbrauch alle Annehmlichkeiten moderner Elektrogeräte, vom Kochen, Waschen, Trocknen und Bügeln bis zur Informations- und Unterhaltungstechnik.

SM: Kaum jemand weiß, wie der Preis für Strom tatsächlich gebildet wird und was ihn beeinflusst. Was muss man beim Strompreis beachten?

HM: Der Strompreis setzt sich aus Energiekosten, Netztarifen sowie Steuern und Abgaben zusammen. Genau so ist das auch auf der Stromrechnung untergliedert. Die Energiepreise werden an der europäischen Strombörse „European Energy Exchange“ (kurz: EEX) in Leipzig gebildet. Stromhändler kaufen dort den Strom, den sie für ihre Kunden benötigen, und Kraftwerksbetreiber verkaufen dort ihren Strom. Angebot und Nachfrage bestimmen so den Preis. Auch die Rohstoffpreise von Kohle, Gas und Öl beeinflussen den Strompreis, da ein großer Teil der elektrischen Energie mit Hilfe von fossilen Brennstoffen erzeugt wird. Darüber hinaus sind österreichische Stromhändler verpflichtet, einen Anteil von ca. 12% der gesamten Liefermenge als Ökostrom zu über dem Marktpreis liegenden Preisen zu kaufen und dies an ihre Kunden weiterzugeben. Dies ist Teil des österreichischen Ökostromfördersystems. Der Anteil der reinen Energiekosten liegt somit bei fast 40% der gesamten Stromrechnung.

SM: Wie wird die elektrische Energie an die Kunden verteilt, wie zuverlässig sind unsere Stromnetze?

HM: Während der Strommarkt EU-weit liberalisiert worden ist, ist das Stromnetz nach Konzessionsgebieten aufgeteilt. Die Preise für diese Infrastruktur werden von der Regulierungsbehörde verordnet und sollten so bemessen sein, dass Ausbau und Betrieb der Verteilernetze sichergestellt sind. Die Energieversorger werden somit zum effizienten Betrieb der Verteilernetze verpflichtet. Die Netztarife betragen etwa 30% der gesamten Stromrechnung.

SM: Man hört immer von einer hohen Abgabenbelastung auf Energie, wird dadurch auch Strom verteuert?

HM: Ja, richtig. Die 30%-ige Abgabenbelastung wäre von der Politik stark beeinflussbar, neben der 20%-igen Mehrwertsteuer bedient sich die öffentliche Hand über die Energieabgabe in der Höhe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde sowie die Zählpunktpauschale, mit der ein Teil des Ökostrosystems finanziert wird. Während die Netztarife in den letzten Jahren stark gesenkt wurden, werden die gesamten Stromkosten durch die hohen Abgaben viel zu stark belastet.

SM: Herr DI Müller, die Diskussion über die Strompreise hält weiterhin an. Wie stehen Sie zu diesem Problem?

HM: Ich kann die Menschen gut verstehen, die hohen Energiepreise schmerzen auch uns. Als vergleichsweise kleiner Regionalversorger haben wir aber nur sehr begrenzt Möglichkeiten, die Energiepreise zu beeinflussen. Wir geben jedoch schon seit geraumer Zeit die gestiegenen Beschaffungskosten bei weitem nicht in vollem Umfang an die Kunden weiter. Das heißt, einen Teil der notwendigen Preissteigerungen können wir aufgrund unserer eigenen Wasserkraftwerke für unsere Kunden abfedern

SM: Wie werden Sie mit der Situation in Zukunft umgehen?

HM: Der Strompreis wird über die Jahre mit Sicherheit steigen. Unserer Strategie ist ganz klar: wir müssen versuchen unsere eigene Stromerzeugung weiter auszubauen und zwar vorwiegend auf Basis Wasserkraft.

SM: Vielen Dank für das Gespräch.
   
 
 
 
 
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